Bei Schimmel den Fachmann fragen!

Schimmel ist mehr als ein optisches Problem. Er sieht nicht nur hässlich aus, er kann auch ernste gesundheitliche Folgen haben.

Allgemein betrachtet man Schimmel- und Bakterienbildung in Innenräumen heute als "hygienisches Problem", das nicht toleriert werden sollte, da Schimmelpilze gesundheitliche Beschwerden auslösen können. Schimmelpilz- und Bakterienwachstum in Innenräumen sollte daher aus Vorsorgegründen immer beseitigt werden. Bei größerem Befall (>20cm²) jedoch nicht ohne vorherige Gefährdungsbeurteilung durch eine Fachperson und unter Einhaltung von Sicherheitmaßnahmen.

Grundsätzlich können Schimmelpilze - je nach Art - drei verschiedene gesundheitliche Auswirkungen haben:

1. Infektion

Das heißt der Schimmelpilz wächst am oder im Körper. Dies setzt eine "Inkorporation", also eine Aufnahme in den Körper, zumindest aber unter die oberen Hautschichten, voraus. Dies kann durch eine Verletzung geschehen, aber auch über die Atem- oder Verdauungswege. Ferner muss es sich um eine Schimmlpilzart handeln, die "thermophil" oder "thermotolerant", also wärmeliebend ist, damit sie bei der normalen Körpertemperatur von 37°C überhaupt wachsen kann. Infektionen sind selten und treten meist nur bei geschwächtem Immunsystem auf. In der Regel können sie durch die körpereigene Abwehr verhindert werden.

2. Toxische Wirkungen

Schimmelpilze produzieren Toxine (Giftstoffe), die eine Wirkung auf den Körper haben können. Dies trifft nicht für alle Schimmelpilze zu, es ist also wichtig zu wissen, welche Schimmelpilze vorhanden sind. Die meisten Giftstoffen sind "sporengebunden", sie können nur wirken, wenn Sporen oder andere Bestandteile des Schimmelpilzes "inkorporiert", also in den Körper aufgenommen werden. Es gibt jedoch auch luftgetragene Toxine. Die Toxinwirkungen sind vielfältig und reichen von schweren Atemwegserkrankungen über Organschädigungen bis zu Krebs. Sie treten in der Regel nicht akut, sondern teilweise mit erheblicher Zeitverzögerung auf. Für die Toxinwirkung sind hohe Konzentrationen erforderlich, die normalerweise nur erreicht werden, wenn befallenes Material bewegt wird, also beispielsweise während der Sanierung eines Schimmelpilzbefalls. Es gibt jedoch auch Ausnahmen: Der Schimmelpilz "Stachybotrys chartarum" hat bereits bei sehr geringen Konzentrationen toxische Einflüsse auf das Immunsystem. Auch lang anhaltende Belastungen mit mittleren Konzentrationen können toxische Wirkungen hervorrufen.

3. Allergische Wirkungen

Alle Schimmelpilze, genauer die Sporen oder andere Bestandteile, können Allergien auslösen. Abhängig von der Schimmelpilzart können Allergien akut sein, also sofort auftreten. Andere Allergien entwickeln sich erst nach wiederholtem Kontakt. Ist der Organismus einmal "sensibilisiert", bleibt die betroffene Person "allergisch". Die Behandlungsmöglichkeiten sind langwierig und häufig nicht von Erfolg.